Albanien wir kommen
Bereits der Grenzübertritt aus dem Kosovo nach Albanien fällt rasch und sehr freundlich aus. Kaum hatten wir die Grenze überquert, hält neben uns ein Auto an und der junge Fahrer (Klevis) fragt, wo wir hin wollen. Er fährt bis an die Küste und wir entschließen uns spontan, bis dort hin mitzufahren.
Nach wenigen Metern hält er bereits wieder an – wir wundern uns, er steigt aus und kauft uns erstmal Getränke. Wow. Da er kaum Englisch und wir kein Albanisch (außer "danke" und "schön"), läuft die Kommunikation über Google Translate. So erfahren wir, was für deutsche Verhältnisse schwer vorstellbar ist, dass unser Fahrer erst 23 ist, aber bereits zwei Unternehmen hat. Einen lokalen Paketdienst, der auf den Balkan spezialisiert ist und ein Handel mit Naturprodukten. Außerdem ist er bereits verheiratet und hat einen kleinen Sohn.
Auf dem Weg nach Durres, halten wir mehrmals an um Fotos von der atemberaubenden Berglandschaft zu machen.
Kurz vor dem Ziel wird sein Audi von einem vorbeifahrenden Wagen gerammt. Zu unserem Erstaunen fährt die Verursacherin einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Klevis dreht um und stoppt die junge Fahrerin. Innerhalb von wenigen Minuten hat sich ein kompletter Pulk von 8-10 Leuten gebildet, entgegen meiner Befürchtung läuft aber alles entspannt ab und wir fahren nach wenigen Minuten weiter. Seine Freunde kümmern sich wohl, er besteht darauf, uns noch bis ans Meer zu bringen. Wie so oft wissen wir nicht so recht, wie wir mit so viel Gastfreundschaft umgehen sollen. Geld zu geben, würde als Beleidigung aufgefasst. So bleibt uns nur, uns herzlichst zu bedanken und zu verabschieden.
Wir laufen an der Promenade entlang und suchen eine Bleibe. Spoiler: diese Perle wird es nicht.
Wir verbringen drei Nächte in Durres, da wir dann doch noch ein schönes und günstiges Hotel (14€ pro Nacht und Nase) finden. Auf dem Balkon mit Meerblick entstehen die ersten Ansätzen dieses Blogs.



