Der Sprung in das gar nicht so kalte Wasser

Ab jetzt gibt es keine Vorgebuchten Tickets mehr, keine Fixpunkte. Per Anhalter geht es zunächst von Wien Richtung Graz. Da wir uns zum Trampen offensichtlich komplett falsch positioniert haben, werden wir von Christian angesprochen, der uns kurzerhand bis zur Autobahn fährt (obwohl das nicht seine Richrtung ist). Von der Hilfsbereitschaft und Offenheit noch ganz baff werden wir erneut angesprochen:"Wo woiz n hin?". Der junge Mann muss zwar eigentlich wieder zurück Richtung Zentrum, möchte uns aber gerne helfen und entscheidet sich uns bis auf die erste Raststätte zu bringen. Unglaublich. Der dritte Sitzplatz wird fix improvisiert.


So geht es Stück für Stück mit insgesamt 6 Fahrzeugen bis an den Wörthersee. Die letzte Etappe dorthin nimmt uns Mirsad mit, ein juger, selbständiger Bauunternehmer. Ohne, dass wir danach fragen, organisiert er uns noch eine Bleibe für die Nacht. Damit nicht genug. Er muss vermutlich am nächsten Tag einen kleinen Bagger nach Slovenien überführen und bietet uns an, dass wir gerne mitfahren können. Gesagt, getan. Zum Abschied schenkt er uns noch ein Kilo Rauchfleisch - als Notreserve, wenn es mal hart auf hart kommt. 

Was uns bisher als sehr, sehr großer Zufall vorkam, dass uns so viele nette Leute helfen, wird uns auf der Reise noch sehr oft passieren. Ich nenne es die positive Verblendung: Wer anhält, um uns ein Stück mitzunehmen, der hat sich bereits entschieden, uns zu helfen und ist somit perse freundlich und offen - oder schlicht neugierig, was uns ebenso willkommen ist. 

Diese zwischenmenschlichen Erlebnisse sind es, die uns antreiben und die diese Reise so besondern machen. Sehenswürdigkeiten und die oft unglaublich schöne Natur geraten da schon fast zur Nebensache.