Ab in die Bergwelt Albaniens
Die Berge Albaniens begrüßen uns windig, eisig und wunderschön. Zunächst geht es mit dem Bus von Shkodër an den Lake Komani. Zum aufwärmen wird uns dort (9 Uhr) erstmal ein Selbstgebrannter angeboten. Wäre in Kombination mit dem anschließenden Geschunkel auf dem Boot fast zu viel geworden, aber alles ging gut ;-)
Auf die Plattform des kleinen Katamarans wurde eine Bus-Kabine als Windschutz geschweißt – das nenn ich mal Erfindungsreichtum. Wir sind trotz des eisigen Windes fast die ganze Zeit draußen gesessen, um die unglaubliche Berglandschaft aufzusaugen.
Unterwegs steigen immer wieder Lokals aus. Mitten im vermeindlichen Nichts hüpfen 60-jährige leichten Fusses mangels Bootssteg einfach von Bord und krakseln den Abhang hoch.
Am Ende des Sees angekommen, wollten wir eigentlich weiter per Anhalter. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, aber auch hier wendet sich dank hilfsbereiter Menschen alles zum mehr als Guten. Wir werden von einem Mann im Range Rover aufgegabelt. Der Fahrer spricht kein Englisch oder Deutsch, aber gut Italienisch – das können wir wiederum kaum. Er beschließt, mit uns heim zu fahren, da sein Sohn Englisch spricht. Das Zuhause entpuppt sich als 4-Sterne-Resort, wo wir erstmal fürstlich zum Essen eingeladen werden. Als Dankeschön wird noch nicht einmal ein Trinkgeld für den Kellner akzeptiert.
Nachdem die Sprachbarriere überwunden ist, fährt uns der Sohn einige Dörfer weiter an die Hauptstraße. Dort werden wir von den Besitzern eines Guest-Houses mitgenommen, wo wir dann auch über Nacht bleiben. Umringt von mächtigen Bergen, abends am Kaminfeuer, geschlafen wird in kleinen Holz-Häuschen. Valbona, wie das kleine Nest heißt, beeindruckt uns sehr.
Da es weder hier, noch im nächsten Tal einen Geldautomaten gibt und die Unterkunft keine Kartenzahlung akzeptiert bekommen wir langsam aber sicher ein Problem. Aber auch dieses Mal ist dank der enormen Hilfbereitschaft der Menschen schnell eine Lösung für unser Bargeld Probelm gefunden. Ein junger Kerl, den wir im Bus zum Lake Komani kennen gelernt haben, hatte uns seine Nummer gegeben und gesagt, dass wir uns gerne melden sollen, wenn wir Hilfe benötigen. Da uns unsere bisherige Erfahrung gezeigt hat, dass die Menschen auf dem Balkan das meist auch so meinen, schreiben wir ihn vorsichtig an. Kein Problem, er kennt jemanden, der jemanden kennt, der ein Guesthouse in Theth hat. Aber eins nach dem Anderen.
Nach zwei Tagen Aufenthalt ist es Zeit zum Aufbruch. Wir wollen zu Fuß über den Pass bis nach Theth wandern. Während des Aufstieg werden wir immer mal wieder von kleinen Fenstern, die sich im Nebel auftunen und den Blick auf die atenberaubende Landschaft freigeben, belohnt.
Je höher wir kommen, desto bissicher wird der kalte Wind. Auf den letzten Metern geht es durch Raureif.






